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13.

Januar

2012

Offroad

Ein deutscher Film. Eine als »Roadmovie-Komödie« angekündigte Geschichte. Kann das gut gehen? Mit Nora Tschirner als spießig-gutbürgerlich dargestellte Meike Pelzer in der Hauptrolle, einem 1991er Jeep Grand Wagoneer mit Hörnern an der Front wie sie in Deutschland von jeder Polizeikontrolle zum sofortigen Ende der Fahrt führen würden und 50 Kilogramm Koks im Kofferraum, welches der scheinbar inkompetente deutsche Zoll übersehen hat... Also irgendwie klingt das schon wenig glaubwürdig, dafür umso skurriler.

Eintrittskarte »Offroad« (Film)

Im Großen und Ganze soll der Film davon leben, wie sich spießig-gutbürgerlich die Hörner abstößt – beziehungsweise die Hörner vom Kühlergrill abschießen lässt. Dies gepaart mit wiederkehrenden Detailaufnahmen einer verzierten Waschmaschine, welche ein »überraschendes Ende« nicht wirklich überraschend werden lässt.

Initialzündung für den Drehbuchautor und Regisseur Elmar Fischer soll der tatsächlich vorgefallene Versagen des deutschen Zoll gewesen sein. Dieser habe tatsächlich 50 kg Kokain in einem beschlagnahmten Fahrzeug übersehen[1].

Leider scheint diese Begebenheit nicht ganz ausgereicht zu haben, denn die um diesen Vorfall konstruierte Geschichte von Meike und Salim (gespielt von Elyas M'Barek) und einer Handvoll weiterer Darsteller wirkt nicht wirklich durchdacht.

Stellenweise kann man mitlachen. Die große Anzahl von Logiklöchern in Kombination mit den stellenweise extrem nervtötenden »versteckten« Hinweisen auf bevorstehende Wendungen hatte allerdings zumindest bei mir den Effekt, das man irgendwann nicht mehr Lachen will.

Da scheinen die diversen Finanzspritzen im Rahmen der Filmförderung wohl nicht zugunsten des Drehbuchs ausgefallen zu sein?

Knapp 100 Minuten wirkt der Film holprig, nicht durchdacht und wenn man nicht mehr weiter weiß, schickt man den Jeep eben in eine Kiesgrube und sorgt mit schnellen Schnitten und Split-Screen für ein wenig Computerspielatmosphäre... Oder man zerdeppert mal nebenbei einen Mercedes Oldtimer.

Vielleicht ist ja in die Anschaffung der Fahrzeuge das viele Geld geflossen? Da war kein Geld mehr für Menschen übrig, welche vor der Veröffentlichung noch einmal konstruktive Kritik üben konnten.

Für mich ist der Film jedenfalls nicht »besonders wertvoll«[2], sondern nur eine mäßig bis gar nicht gelungene Unterhaltung an einem Nachmittag. Selbst wenn man über die Logik-Löcher hinweg sehen kann und sie gutmütig als Stilelement deklariert: Irgendwie bleibt der fade Nachgeschmack man würde das Kino nach dem Anschauen eines Rohschnitts verlassen.

X_FISH



 
 
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