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20.

Juni

2014

Zwei Tastaturen und eine Maus für 10 Euro

Was tun, wenn man mal eben schnell günstig eine USB-Tastatur braucht? Sollte sich ein Händler in der Nähe befinden, welche sich auf den Verkauf von Büro- und Werkstattartikeln aus Insolvenzen spezialisiert hat: Einfach mal hinfahren.

Im April hatte ich mir dort schon meine Wanduhr[1] gekauft. Daher wusste ich, dass dort auch gebrauchte Tastaturen herumliegen. Zwischen den etwa 20 Tastaturen und Mäusen lagen auch zwei USB-Tastaturen und eine USB-Maus von Dell herum.

Also habe ich zugegriffen und mir für 10 Euro die eingestaubten Eingabegeräte gekauft.

Bar oder Karte? Beides wäre möglich. Monitore würden auch noch zur Genüge herumstehen, komplette Rechner ebenfalls. Diese allerdings leider ein wenig überteuert. Zumindest aus aktueller Sicht. Aber Handeln ist nicht ausdrücklich verboten und bevor das Kapital weiter mit solchen Staubfängern gebunden ist...

Die Tastaturen lagen offensichtlich schon länger herum und waren vielleicht auch schon in der Firma, welche Insolvenz anmelden musste, nicht mehr gereinigt worden. Dementsprechend ist der Zustand wenig ansprechend.

Allerdings hatte ich schon vor Jahren solche Dell-Tastaturen zwecks Reinigung zerlegt und mich daher nicht von der Mischung aus Staub, Dreck und mutmaßlichen Nikotinablagerungen abschrecken lassen.

Im Gegensatz zu vielen anderen (günstigen) Tastaturen sind die Tastaturen von Dell nicht einfach nur zusammengesteckt und werden von Kunststoffclipsen zusammengehalten. Sie sind von der Rückseite her mit etlichen Schrauben verschraubt.

Daher einfach umdrehen, den Schraubendreher zücken und eine Schraube nach der anderen herausdrehen. Dabei aufpassen: Die längeren Schrauben sind von der oberen Kante der Tastatur, die kürzeren Schrauben sind an den anderen Stellen platziert. Beim Zusammenbau sollte man daher die langen Schrauben auch wieder dort hineindrehen, wo man sie beim Zerlegen herausgedreht hat.

Nur eine Schraube sieht man nicht auf den ersten Blick. Sie befindet sich neben der Stelle, an welcher das Kabel ins Gehäuse geführt wird. Die Öffnung in welcher die Schraube sitzt, ist mit einem Gummistopfen verschlossen. Dieser ist mit einer dünnen Klebefolie beschichtet, kann aber trotzdem einfach mit einem Messer mit spitzer Klinge herausgehebelt werden.

Anschließend einfach den Teil mit den Tasten vom Rest abheben, schon sollte die Tastatur so aussehen, wie es auf dem folgenden Bild zu sehen ist:

Noch einmal eine »schöne« Aufnahme mit Blitz vom Dreck, welcher sich auf der Tastatur beziehungsweise zwischen den Tasten befindet. Lecker...

Da sich keinerlei Elektronik im abgenommenen Teil mit den Tasten befindet, kann man diesen auch einfach in Wasser einweichen oder mit der Dusche bearbeiten. Noch ein wenig Neutralreiniger oder Duschgel dazu, ein wenig mit einem Schwammtuch rubbeln, schon sieht die Tastatur wieder ganz anders aus.

Bitte keinen Haushaltsschwamm verwenden. Dieser zerkratzt die Tasten oder hobelt sogar die aufgedruckten Buchstaben ab.

Ein erster Vergleich der beiden etwa gleich dreckigen Tastaturen, nachdem lediglich einmal abgeduscht wurde, ist auf dem folgenden Bild zu sehen. Die Behandlung mit Neutralreiniger und Schwammtuch folgte anschließend in aller Ruhe. Zum Trocknen einfach die Tastatur (falls möglich) in die Sonne legen oder in die Nähe einer Heizung. Da sich nichts in der Tastatur befindet, was Wasser speichern könnte, läuft das Wasser schnell heraus beziehungsweise verdunstet sehr schnell.

Weil eine Maus mit USB-Anschluss auch nicht in dem Stapel lag, habe ich diese auch gleich mitgenommen. Man weiß ja nie wann man mal eine gebrauchen kann. Ebenfalls von Dell, aber offensichtlich ein etwas älteres Baujahr. Aber das ist mir auf den ersten Blick nicht aufgefallen.

Erst als ich daheim angekommen war, hatte ich sie umgedreht. Siehe da: Es ist keine optische Maus. Ich habe die vermutlich zielstrebig die einzige Kugelmaus aus dem Stapel gezogen.

Nun denn... Dann habe ich also eine fast antike Maus für den Notfall.

X_FISH