Der vierte Router:
Gehäuseumbauten

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Gehäuseumbauten

Damit das PCD-4H-Desktopgehäuse so ganz meinen Ansprüchen gerecht werden konnte waren ein paar kleinere Umbauten notwendig.

Im Prinzip ist das Gehäuse ja sehr gut aufgebaut. Der Käfig für FDD und HDD läßt sich einfach entfernen und dann kommt man auch bequem an die Schrauben für die 5¼-Laufwerke an der linken Seite ran.

Dennoch habe ich zwei kleinere Veränderungen vorgenommen: Ich mußte zum einen das Kabel vom COM1-Anschluß wieder ins Gehäuse legen und zum anderen wollte ich die CPU kühlen. ist bei einem 486er mit 66 MHz jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber wenn ich die Kiste auch noch beim RC5-64 mitmachen lasse, da wird's ganz ordentlich warm bei 100% CPU-Last... Auch wenn verdammt wenig Blöcke dabei herauskommen.

LED-Statusanzeige

Schritt 1: Slotblende für Kabel eingesägt (LED-Statusanzeige vom COM1-Port)

Der COM1-Anschluß des SiNi-Boards wird direkt aus dem Gehäuse geleitet. Bei anderen PCs könnte man die Pins auf dem MoBo direkt verwenden, beim SiNi geht das also leider nicht. Daher habe ich eine Slotblende mit Säge und Feile bearbeitet und einen Schlitz für das Kabel vom COM1 in den Rechner in die Blende gemacht. Dadurch laufen jetzt die beiden Adern zur Frontblende zur LED.

Slotblende

Wie die Rückseite damit aussieht kann man auf dem nächsten Bild bewundern. Dort sieht man dann auch die beiden verbauten NICs. Die Obere ist die momentan im Onlinebetrieb verwendete SMC, die Untere die 3com 509 Combo, welche quasi als Backup von mir verbaut ist.

Nett ist auch die von einem DELL entnommene Slotblende. Die habe ich schon so eingebaut bekommen, keine Ahnung in was für einem Rechner die schon verbaut gewesen ist... Je älter der Rechner – und je mehr Vorbesitzer – desto geheimnisvoller seine Komponenten. ;o)

Gehäuserückseite

Bevor jemand fragt: Nein, es gibt solche verdrillten Kabel nicht zu kaufen. Jedenfalls sind mir noch keine Untergekommen. Man kann sich solche Kabel selbst machen. Dazu allerdings nicht einfach die Kabel miteinander verdrehen, das geht wieder auf. Einfac die beiden Adern miteinander »verflechten«. Das hält dann schon, keine Sorge – bei mir tun sie's ja auch... ;o)

Schritt 2: Einbau der LED

In einem jeden PCD-Desktop sind bereits zwei LEDs verbaut: Eine Power-LED und eine HDD-Aktivitäts-LED.

Ich habe mir in einem kleinen Elektonikgeschäft eine zweifarbige LED gekauft. Diese Duo-LED hat keine drei Anschlüsse (wie man in dem HowTo auf der FLI4L-Homepage sehen kann), sondern lediglich zwei Anschlüsse. Je nachdem wie die Spannung an diesen Anschlüssen angelegt wird, leuchtet sie entweder rot oder grün. zusätzliche Dioden für eine Sperrschaltung wie in dem HowTo sind also nicht notwendig gewesen.

In dieser Dokumentation sind schon so viele Bilder, da wollte ich die LED nicht auch noch extra fotografieren. Sie sieht aus wie eine ganz normale LED und sowas hat vermutlich schon jeder mal gesehen, oder? Einfach noch ein Widerstand mit 820 Ohm in den Stromkreis mit eingelötet und fertig. Angeschlossen habe ich die LED über die COM1-Schnittstelle des Rechners. Auf dem folgenden Bild kann man die Status-LED oben auf dem Floppy liegend sehen. Die Zuleitung von der COM-Schnitstelle wurde später links am Netzteil und CD-ROM vorbei nach vorne geführt. In dem schwarzen Schrumpfschlauch direkt hinter der LED ist der angelötete Widerstand »versteckt«.

Mittendrin im Umbau

Beim PCD-4H sind zwei 9-polige COM-Ports vorhanden, für den Betrieb der LED sind zwei Pins der vorhandenen neun relevant. Der Pin 4 ist »DTR«, Pin 5 ist »GND« (also die sogenannte »Masse«). Bevor man die Kabel in den Stecker für den COM-Port lötet sollte man sich versichern, das die LED auch in der gewünschten Farbe leuchtet. Vielleicht will ja auch einer »rot« beim Status »online« haben, von wegen »jetzt wird's teuer« oder so – bei mir steht »grün« für »online« und »rot« für offline«.

Die LEDs im PCD-4H sind leider klare LEDs – nichts, was man nicht einfach ändern könnte. Eine Diffuse LED zu polieren ist wahrlich nicht gerade eine gute Idee, aber aus einer Klaren eine Diffuse zu machen geht sehr schnell: Einfach ein 800er Schleifpapier aus der Garage holen und die LED vorsichtig angschleifen. Sie leuchtet dann vermutlich noch immer ein bischen heller als die Duo-LED, allerdings fällt das eventuell gar nicht mehr auf. Auch der typische »Lichtkegel« der Power-LED in der Kunststoff-Rauchglasabdeckung wäre dann verschwunden.
Ich habe die LEDs so gelassen wie sie nun mal sind. Was soll's – leuchtet eine halt ein bischen heller als die andere.

Damit die LED auch richtig leuchtet muß in der base.txt der entsprechende Wert gesetzt werden:

IMOND_LED='com1'                    # tty for led: com1 - com4 or empty

Vielleicht hängt bei jemand anderes die LED ja auch an COM2 oder COM3, dies muß dann angepasst werden.
IMOND muß natürlich auch gestartet werden, sonst gibt's keine Statusanzeige. Beim Betrieb als DSL-Router ist das ja ohnehin schon »Pflicht«:

START_IMOND='yes'                   # start imond: yes or no

Die Status-LED habe ich anstatt der HDD-Aktivitäts-LED eingebaut. Eigentlich hätte ich sie auch anstatt der Power-LED einsetzen können. Da aber so oder so kaum Zugriffe auf die HDD erfolgen – bzw. mir diese so ziemlich egal sind – habe ich die Power-LED halt dringelassen. So leuchten halt zwei LEDs permanent und fertig. Links sieht man die Anzeige für »online«, rechts für »offline«.

Online/Offline

Der CPU-Kühler

Was kann man mit vier Schrauben, vier Mutten, zwei Unterlagsscheiben, einem kaputten Floppy, einem Dremel, einer Blechschere und einem 60x60 Lüfter bauen? Nein, keine Bombe - ich bin doch nicht MacGyver! *g*

Ganz im Ernst: Ich habe den kleinen Siemenskühler (siehe nächstes Bild) auf der 66 MHz-CPU mach vorsichtig bei 100% Prozessorlast (RC5-64) angefasst - und mir fast die Finger verbrannt. Nunja, normalerweise haben die Finger ja auch nix auf der CPU während des Betriebs zu suchen. Da der Kühlkörper von SiNi superfest festgeklebt worden ist wurde die Idee eines größeren Passivkühlkörpers sofort verworfen.

486, 66 MHz

Einen 60x60 mm Y.S. Tech Lüfter hatte ich noch im Schrank, den hatte ich mir mal als Ersatz für einen Lüfter auf einem GlobalWin FOP32 gekauft gehabt. Zum Einsatz ist das Teil allerdings nie gekommen. Woher das defekte Floppy stammt ist ja wohl klar: Aus meiner reichhaltigen Sammlung von Computerschrott. Das Mitsumi-FDD war in meinem dritten Router verbaut gewesen, dem Pentium 90.

Von dem Floppy habe ich vorsichtig die Metallhülle abgekommen, bei einem Mitsumi sind die nicht geschraubt sondern nur geclippt. In diese Hülle habe ich ein rundes Loch geschnitten und den 60x60 Lüfter mit Schrauben darauf befestigt.

CPU-Cooler

Den Lüfter habe ich dann so an die Stromversorgung vom Netzteil angeschlossen das er mit 7 Volt läuft. Somit ist er schön leise - leiser als die Festplatte! Wie man 7 Volt bei einem normalen Computernetzteil abgreifen kann ist vielleicht nicht allen bekannt. Daher erwähne ich es hier kurz: Zwischen dem 12 Leiter und dem 5 Volt Leiter liegen 7 Volt Spannung an. Hängt man den Lüfter also zwischen das rote und gelbe Kabel läuft er auf 7 Volt.

Belegung der Kabel

Das Blech habe ich mit Absicht so groß gelassen. Zum einen ist es bei der Größe stabiler und zum anderen wird die Luft von oben heruntergesaugt und auf die CPU geblasen. Durch das Blech bleibt sie dort unten und zieht dann größtenteils Richtung HDD ab. Auf der Seite ist ein Spalt welcher die Luft zum Netzteil führt, dort wird sie aus dem Gehäuse geblasen. Die seitlich angeordneten Lufteinlässe des Gehäuses schließen beinahe perfekt mit dem Blech ab. Das ist weniger eine großartige Berechnungs- und Bastelaktion gewesen: Ich habe einfach mal das Teil hingehalten, mit 'nem Meterstab festgestellt das es beinahe als perfekt zu bezeichnen ist - und sofort eingebaut.

Das verchromte Blech sieht ja beinahe sogar ein bischen edel aus - wenn's halt nicht so zerkratzt wäre... So ein mehrfacher Floppyein- und ausbau hinterläßt halt seine Spuren. Naja, wer jetzt glaubt das ich da ein Windowkit für einsetze: Da habt ihr euch geschnitten! *g*
Der Vollständigkeit halber noch ein Bild wie es vor dem Einbau des Coolers ausgesehen hat. Die 33 MHz-CPU habe ich durch die 66 MHz-CPU mit dem aufgeklebten Kühlkörper ersetzt, eine »Rippe« der Kunststoffhalterung des Lautsprechers hat mit dem Dremel entfernt werden müssen. Sonst hätte das Blech des Floppys nicht reingepasst.
Ebenfalls schön auf dem Bild zu sehen: Die Halterungen für die LEDs. Diese kann man einfach rausclippen und austauschen. Da ist nichts mit einer Heißklebepistole festgeklebt – wie heute »üblich« in den meisten Towern.

486, 33 MHz

Ob die Aktion was gebracht hat? Ja, hat sie: Der »Fingertest« hat fühlbare Testergebnisse geliefert: Man kann den Kühler jetzt problemlos berühren - trotz 100% CPU-Last vom RC5-64.

Zwar hält man nicht permanent den Finger an eine CPU – jedenfalls nicht ein normaler User –, aber schaden tut die aktive Kühlung der CPU sicherlicht nicht.

Wie ich es oben schon erwähnt habe: Der Lautstärkepegel des CPU-Lüfters bei 7 Volt kann man beinahe vergessen, die HDD ist lauter, wenn man den Rechner ohne die HDD in seinem Zimmer stehen hätte könnte man sicherlich ohne Probleme auch bei laufendem Router einschlafen. ;o)


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